Was ist Pucken?

Der Begriff „Pucken“ ist ein eher in der modernen Zeit üblich gewordener Ausdruck für das althergebrachte Wort „Wickeln“ oder auch „Fatschen“. Unter diesen Bezeichnungen wird die seit Jahrtausenden praktizierte Art des „Einwickelns“ beziehungsweise „Einbindens“ von Säuglingen beschrieben. Der Unterschied zu den klassischen Wickelmethoden besteht darin, dass keine langen Stoffbahnen, sondern Tücher dafür verwendet werden.

Welchen Nutzen bringt die Puck-Technik?

Sinn des Puckens ist die Fixierung der Gliedmaßen des Säuglings direkt am Körper, wodurch das Baby weniger zappeln kann und dadurch beruhigt werden soll. Zudem kann ein verbessertes Einschlafverhalten erreicht werden. Durch das Wickeln wird dem Baby die gewohnte Enge und Geborgenheit im Mutterleib suggeriert, was dem Baby Schutz und Sicherheit gibt. In der modernen Säuglingspflege wird das Einwickeln auch gerne bei sogenannten „Schreibabys“ zur Beruhigung angewandt sowie bei Frühchen oder zur Abwendung des Plötzlichen Kindstods (SIDS).
Der moderne Begriff des „Puckens“ ist nicht eindeutig definiert, deshalb werden inzwischen weniger die strammen Wickeltechniken aus der Tradition heraus damit in Verbindung gebracht, sondern vielmehr auch modifizierte Varianten, wie zum Beispiel das Verwenden von schlafsackähnlichen Textilprodukten. Auch Erzeugnisse mit Klettverschlüssen werden gerne zum Einsatz gebracht.

Der geschichtliche Hintergrund des Puckens

Das stramme Einwickeln der Babys in den ersten Lebensmonaten ist schon seit vielen Jahrhunderten in zahlreichen Völkergruppen gebräuchlich. Archäologische Funde (vor allem aus Zypern und Kreta) belegen, dass das Wickeln der Kinder bereits 4000 bis 4500 Jahre alt ist. Dies geht aus diversen Grabbeigaben und Votivgaben hervor. Verschiedenste Kulturen gingen davon aus, dass die nach der Geburt noch weichen und beweglichen Knochen der Neugeborenen am Körper fixiert werden sollten, um einer unnatürlichen Verformung der Gliedmaßen vorzubeugen. In der römischen und griechischen Antike war es üblich, dass die Babys nach der Geburt am ganzen Körper mit Salz bestreut und danach fest in Stoffbinden gewickelt wurden. Dabei wurde zunächst jedes einzelne Körperglied umwickelt und am Ende der ganze Körper, was dazu führte, dass das Kind völlig unbeweglich ca. 40 bis 60 Tage in dieser gestreckten Form verbrachte. Die Babys sollten auf diese Art bereits für das Leben geformt werden. Auch im Mittelalter wurden die Wickeltechniken des Altertums weitestgehend übernommen. Es kam vor, dass die Kinder bis zu ein Jahr lang in Stoffbahnen eingebunden wurden. In der Neuzeit wurde das Einwickeln vor allem zur „Warmhaltung“ des Babys eingesetzt. Es traten aber auch immer mehr kritische Stimmen von angesehenen Ärzten in den Vordergrund, die das Wickeln der Kinder als schädlich ansahen.


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